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  • Regierungsflieger in Berlin Vieles spricht gegen Netanjahu-Besuch in Deutschland 10.3.2026, 15:24 (CET) Isreals Ministerpräsident soll sich laut Posts in Sozialen Netzwerken kürzlich in einem Berliner Hotel aufgehalten haben. Die Behauptung ist unter anderem auf der Plattform X viral gegangen, aber auch auf Facebook war sie zu finden. Kurz nach den Angriffen Israels und der USA auf den Iran soll ein Foto mit Polizeigroßaufgebot beweisen, dass Netanjahu heimlich im Luxushotel Adlon untergekommen sein soll. Einige Kommentare mutmaßen, er sei vor den Angriffen aus Israel geflohen. Bewertung Die Gerüchte gehen auf die Flugdaten von Netanjahus Regierungsflieger zurück. Am Abend der Angriffe auf den Iran ist das Flugzeug auf dem Flughafen Berlin Brandenburg gelandet. Es gibt aber keine Belege dafür, dass Netanjahu an Bord war. Nach offiziellen Angaben hat er am Abend des 28. Februars an Sicherheitsberatungen teilgenommen. Fakten Hinter den Behauptungen rund um Netanjahus angeblich verdeckte Reise nach Deutschland stecken die Flugdaten seines Regierungsfliegers «Wing of Zion». Nach Daten der Flugtracking-Plattform Flightradar24 ist das Flugzeug am 28. Februar um 14:08 Uhr vom israelischen Flughafen in Beersheba gestartet und um 21:29 Uhr in Berlin gelandet. Gegen eine Reise Netanjahus spricht allerdings ein Videoausschnitt einer israelischen Sicherheitsbesprechung auf YouTube. Bei Sekunde 4 und 28 sind auf Bildschirmen Datum und Uhrzeit der Sitzung eingeblendet: «2026(02)282200». Das Treffen fand demnach am 28. Februar 2026 um 22 Uhr israelischer Zeit statt – das wäre 21 Uhr deutscher Zeit. Da war der Flieger gemäß Flugdaten noch in der Luft. Tags darauf teilte Netanjahus X-Account den Post eines weiteren Sicherheits-Meetings, die dem Text zufolge «heute» - also am 1. März - stattgefunden hatte. Zum Ort werden keine Angaben gemacht. Zu sehen ist der Regierungschef dort gemeinsam mit Israels Verteidigungsminister Katz, dem Direktor des Auslandsgeheimdienstes Mossad und mit dem Generalstabschef der israelischen Armee, Zamir. Euronews berichtet in einem entsprechenden Artikel davon, dass sich nach Angaben eines Sprechers des Auswärtigen Amts nur die Besatzung an Bord der israelischen Maschine befand. Zu Zeiten «militärischer Eskalationen» verlasse das Flugzeug regelmäßig Israel, wohl aus Sicherheitsgründen. Das schrieben auch der Kölner Stadt-Anzeiger sowie der Faktenfuchs des Bayerischen Rundfunks. Demnach wurde die «Wing of Zion» zum Beispiel schon im Juni 2025 in Athen beherbergt. Was darüber hinaus gegen eine mögliche Flucht Netanjahus nach Berlin spricht: Sollte er deutsches Staatsgebiet betreten, müssten die deutschen Behörden ihn eigentlich festnehmen. Deutschland ist Vertragsstaat des Internationalen Strafgerichtshofs. Dieser hatte im November 2024 einen Haftbefehl gegen Netanjahu erlassen, wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Gaza-Krieg. Darüber hatte unter anderem die Tagesschau berichtet. Im Februar 2025, also vor seinem Amtsantritt als Bundeskanzler, hatte Friedrich Merz allerdings über Netanjahu gesagt, «dass wir Mittel und Wege finden werden, dass er Deutschland besuchen kann und auch wieder verlassen kann, ohne dass er in Deutschland festgenommen worden ist». (Stand: 10.3.2026) Links X-Post mit Behauptung (archiviert) Facebook-Post mit Behauptung (archiviert) Flugdaten von Netanjahus Regierungsflugzeug (archiviert) Video vom Sicherheitstreffen in Israel (archiviert) X-Post vom 1. März (WEZ) von Netanjahu über Treffen in Tel Aviv (archiviert) Euronews-Artikel zum Thema (archiviert) Kölner Stadt-Anzeiger: Warum Netanjahus Flugzeug in Berlin parkt (archiviert) Faktencheck vom BR (archiviert) Tagesschau zur Frage einer möglichen Festnahme Netanjahus auf deutschem Gebiet (archiviert) Über dpa-Faktenchecks Dieser Faktencheck wurde im Rahmen des Facebook/Meta-Programms für unabhängige Faktenprüfung erstellt. Ausführliche Informationen zu diesem Programm finden Sie hier. Erläuterungen von Facebook/Meta zum Umgang mit Konten, die Falschinformationen verbreiten, finden Sie hier. Wenn Sie inhaltliche Einwände oder Anmerkungen haben, schicken Sie diese bitte mit einem Link zu dem betroffenen Facebook-Post an faktencheck@dpa.com. Nutzen Sie hierfür bitte die entsprechenden Vorlagen. Hinweise zu Einsprüchen finden Sie hier. Schon gewusst? Wenn Sie Zweifel an einer Nachricht, einer Behauptung, einem Bild oder einem Video haben, können Sie den dpa-Faktencheck auch per WhatsApp kontaktieren. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.
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